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Astrologie

Astrologie - als der Skorpion seine Scheren verlor

Sonnenverehrung

 

Als im Menschen das Bewusstsein erwachte, erkannte er die lebensspendenden Kraft der Sonne. Schon in der prähistorischen Zeit beobachtete der Mensch die Sonne, erkannte die Sommer- und Winterwende und baute Kultstätten (Stonehenge). In fast allen frühen Kulturen wurde die Sonne verehrt. Eine der bedeutendsten vedischen, hinduistischen Hymnen ist ein Lobgesang auf die Sonne (Gayatri Mantra). Die Alten Ägypter erhoben die Sonne zu ihrem Hauptgott und erklären ihr Verschwinden über Nacht wie folgt: Am Morgen wurde der Sonnengott als Sohn der Himmelsgöttin geboren, nach Vollendung seiner Bahn vereinigt er sich als Vater mit der Mutter und wurde am nächsten Morgen als Sohn wiedergeboren. Die Vorstellung entsprach der Beobachtung und dem Wissen aus der Natur, der Jahreszeiten, der Gezeiten, des Blühens und Verwelkens - alles erfolgte einem immerwährenden Zyklus "Geburt-Tod-Wiedergeburt".

 

 


Kalender

 

Naturereignisse, die sich periodisch wiederholen, bieten sich als Orientierung zu einer Einteilung und Berechnung an. Zu den prägnantesten exakten Zyklen gehört die Mondphase (29,5 Tage). Die ersten Kalender leiteten sich von diesem Zyklos ab. Der Nachteil der Anwendung des Mondkalenders ist, dass es zu erheblichen Verschiebungen zum Sonnenjahr kommt. 12 Mondphasen entsprechen 354 Tage, ein Sonnenjahr hat jedoch 365 Tage. Die Jahreszeiten werden im Mondkalender bewegliche Ereignisse, die jedes Jahr um ca. 11 Tage früher einkehren. Als die nomadisierenden Jägern und Sammlern zu Ackerbauer und Viehzüchter wurden, bedurfte es für die Aussaat und die Erntezeit einen Kalender, der sich an den Jahreszeiten orientierte, dazu erwies sich der Mondkalender als ungeeignet.


Hochkulturen

 

Die ersten Hochkulturen entwickelten sich an den Flüssen des Nils, Euphrat und Tigris, Indus und dem Gelben Fluss. Die periodischen Überschwemmungen machten das Land fruchtbar, wodurch intensive Landwirtschaft betrieben werden konnte. Voraussetzung zur Entwicklung einer Kultur waren hohe Ernteerträge, die es einem Teil der Bevölkerung erlaubten andere Berufe auszuüben. Erst diese neu gewonnen freien Arbeitsressourcen ermöglichten eine ernorme Weiterentwicklung im Handel, Handwerk und der Wissenschaft. Die frühen Hochkulturen begannen durch Verwaltung, Religion, Sprache und Schrift herrschaftliche Strukturen zu schaffen, die ihr Reich festigen sollten.


 



Die Erfindung der Sternbilder

 

Wenn wir in den Nachthimmel schauen und nicht zufälligerweise mit der Astronomie vertraut sind, sehen wir dort ein Haufen ungeordneter Sterne. Schon in den Urzeiten der Geschichte sahen phantasievolle Menschen Gottheiten oder ihnen bekannte Tiere am nächtlichen Himmel. In dem ältesten, bekannten Epos der Menschheitsgeschichte "Gilgamesch", dessen Entstehung sich bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien zurückverfolgen lässt, mussten die beiden Helden gegen einen Himmelsstier kämpfen. Auf der Suche nach der Unsterblichkeit erlegte der König Gilgamesch einen Löwen, bevor er am östlichen Rand der Erde den Zwillingsberg erreichte auf dessen Gipfel ruhte der Himmel und ein Tor von einem Skorpionmann bewacht führte zu der Sonnenbahn.
Auf dem Höhepunkt der griechischen Astronomie (ca. 150 n. Chr.) veröffentlicht Ptolemäus einen Katalog von 48 Sternbilder, denen 1022 Sternen zugeordnet waren. Einige Sternbilder der Babylonier und Ägypter wurden von den Griechen übernommen, jedoch hatten die meisten Sternbilder einen direkten Bezug zur griechischen Mythologie (Wassermann, Fuhrmann, Centaurus, Lyra, etc.) und werden bis heute so genannt und dargestellt (abgesehen von einigen kleinen Abänderungen).
Da die Sonne die Sternbilder im Jahreszyklus durchwandert (in Wirklichkeit "umkreist" die Erde den Fixstern Sonne.) folgerten die Astrologen aus den wiederkehrenden Konstellationen Zusammenhänge und Einfluß der Sterne auf Natur und Mensch. Außerdem dienten die Sterne in fast allen Kulturen als ein Mittel zur Orientierung am Himmel und waren daher für die Seefahrt von enormer Bedeutung. Als die Seefahrer im 16. Jahrhundert die nicht kartografierten Sterne der südlichen Hemisphäre entdeckten, benannten sie die neuen Sternbilder nicht nach Figuren der griechischen Mythologie, sondern mit Namen von Dingen, die ihnen vertraut waren, wie Teleskop, Kompass, Pfau, Bildhauer, oder Tukan.
In Kulturen, die nicht unter dem Einfluss der Europäer "zivilisiert" wurden, findet man noch heute Sternbilder wie den Strauß, Emu, den Stachelrochen oder den Hai am nächtlichen Himmel. Die chinesischen Astronomen schufen schon 2000(?) v. Chr. einer ihrer Philosophie entsprechende logische Einteilung des Nachthimmels in 28 Wohnsitzen. Ihre Sternbilder bestehen in der Regel aus wenigen Sternen und lauten unter anderem Spinnerin, Kuhhirte oder Joch. (Nicht zu verwechseln mit den "chinesischen Tierzeichen" Ratte, Büffel, etc, die nicht an dem nächtlichen Sternenhimmel zu finden sind, sondern dem chinesischen Kalendersystem zugeordnet sind.) Allen Kulturen gemeinsam ist, dass man bei der Benennung der Sternbilder der Phantasie freien Lauf liess.



 



Uraltes Wissen...

 

Die Astrologie rühmt sich gerne damit, dass sie uraltem Wissen entspringe, dass sie zurückreiche bis zu den Babylonier und höchstwahrscheinlich noch darüber hinaus bis zu den Sumerer (ca. 6000 v. Chr.) Nur in den Mythen der mesopotamischen Hochkulturen (Sumerer, Babylonier) war die Erde eine Insel erschaffen aus einem Ur-Ozean. (Diese Vorstellung wurde im Übrigen später im Alten Testament übernommen.) Die Sonne bewegte sich auf ihrer Bahn und durchmaß in einem Jahr den Himmeläquator. Der Himmel war ein begrenzter Raum und über ihm lebten die Götter.
Erst im 20. Jahrhundert erhielt die Wissenschaft eine Vorstellung von der Größe und den Entfernungen im Universum. Mit anderen Worten die Astrologie entspringt einem uralten Irrtum - dem geozentrischen Weltbild.



...einem System dienstbar gemacht.



 


Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Astrologie fremde Ideen auf, wie etwa die griechische Vier-Elementen-Lehre (Feuer, Wasser, Erde und Luft). Jedem Tierkreiszeichen wurde ein Element zugeordnet, damit das System in sich geschlossen und im Einklang stand, wurde der Wassermann zum Luft-Element. Auch die Zuteilungen einiger anderer Tierkreiszeichen zu den Elementen (Zwilling - Luft oder Schütze - Feuer) erscheinen als recht willkürlich und lässt sich nur aus dem Wunsch zur Harmonie erklären.
Großen Einfluss auf die Astrologie nahmen die griechisch-ägyptischen hermetischen Schriften. Sie vertraten die These der Herrschaft der Sternensphären über das irdische Leben. Alle geschichtlichen Ereignisse und Naturvorgänge werden von dem Tierkreis (Zodiak) verursacht. Pflanzen, Metalle, Edelsteine, Tiere, der Mensch und seine Eigenschaften, Krankheiten sind der Sternenkonstellation zu- und untergeordnet. "Wie oben, so unten" lautete die alte, ägyptische Weisheit. Das Ergebnis war ein komplexes in sich geschlossenes, logisches System und das Weltgeschehen wurde zu einem vorhersehbaren, berechenbaren Ereignis.

 


Die Ekliptik ist die scheinbare Bahn der Sonne, die sie im Lauf eines Jahres vor dem Fixsternhintergrund absolviert. Auf der Ekliptik befinden sich die Sternbilder, sie besitzen in ihrer Ausdehnung unterschiedliche Größen.

Unabhängig von ihrer tatsächlichen Größe ordnete die Astrologie jedem Sternbild (bzw. Tierkreiszeichen) 30° zu und so erhält man einen 360° großen Kreis mit 12 gleich großen Abschnitten entsprechend der 12 Monate eines Jahres.

Ekliptik

 


Jedoch nimmt die Jungfrau in Wirklichkeit 44,1° und der Krebs nur 20,1° des Kreises ein. Die Waage war über Jahrhunderte als Scheren dem Skorpion zugeordnet, erst die Römer führten die Waage als Sinnbild der Gerechtigkeit ein. Zwischen Skorpion und Schütze liegt der 18,6° große Sektor des Schlangenträgers, der in der Astrologie jedoch unberücksichtigt bleibt, da ein dreizehntes Sternbild die Arithmetik empfindlich stören würde.

Tierkreis

 

Zyklus der Präzession

Unter Präzession versteht man allgemein die Richtungsänderung der Achse eines rotierenden Körpers (Kreisel). Die Erde ist einer solchen Präzessionsbewegung ausgesetzt, sie durchmisst in ca. 25.700 Jahren einmal einen Präzessionskreis.

Zum heutigen Zeitpunkt sehen wir auf der nördlichen Halbkugel im Juli/August (Sommer) die Sonne im Sternbild Krebs.

In ca. 12.900 Jahren wird auf Grund der Präzession die Sonne im Winter (nördliche Halbkugel) im Krebs stehen. So "durchwandern" innerhalb eines Zyklus von 25.700 Jahren die 12 Sternzeichen jeden Monat des Jahres. Seit der Festlegung der Zeitintervalle der Sternbilder sind mehr als 2000 Jahre vergangen und die Sternbilder sind einen Monat "weitergewandert". Mit anderen Worten im Zeitraum des Sternzeichens Löwe (23.Juli - 23. Aug.) steht die Sonne heute in Wirklichkeit im Sternbild Krebs. Wenn die Astrologen von einem starken und verschwenderischen Löwen sprechen, haben wir es eigentlich mit einem sparsamen, feinfühligen Krebs zu tun.

Stand der Tierkreiszeichen und der Sternbilder heute

 

Das Sonnensystem ins Wohnzimmer gebracht (Video)
     

(Text: Das geozentrische Weltbild.

Stellen wir uns einen Raum vor in dessen Mitte wir stehen und eine Person namens "Heli" um uns herumwandert. Wenn wir nun von unserem Standpunkt aus auf Heli schauen, können wir folgendes beobachten: Heli befindet sich zeitweise vor verschiedenen Hintergründen. Es erscheint uns als durchaus logisch, dass die Chance zu musizieren höher ist, wenn Heli sich im Bereich des Schlagzeugs befindet. Diese Idee von Konstellationen ist die Basis der Astrologie.

Im 17. Jahrhundert konnte Galileo Galilei an Hand von Berechnungen und Beobachtungen nachweisen, dass die Erde sich um die Sonne bewegt. Wenn wir nun das neue heliozentrische Weltbild in unserem Modell anwenden, ändert sich an unserer Beobachtung nichts. Wir sehen Heli weiterhin vor verschiedenen Hintergründen, aber sie durchkreuzt diese Bereiche nicht mehr. Die Konstellation von Heli zu den Gegenständen bleibt konstant die Gleiche. Wenn Heli sich angeblich dem Schlagzeug nähert, haben wir uns in Wirklichkeit auf den Sessel zubewegt.

Lange hielt sich die Idee von einem Firmament an dem die Sterne befestigt sind. Auch wenn sich seit dem Mittelalter das Weltbild enorm veränderte, so erlangte die Wissenschaft erst im 19. Jahrhundert eine wage Kenntnis von den Entfernungen im Weltall. Inzwischen kann man mit verschiedenen Methoden der Parallaxe die Entfernung relativ genau messen und man redet bei den Sternen von Entfernungen in Lichtjahren.

Ein Lichtjahr entspricht ca. 9,5 Billionen Kilometern. Die Sonne ist im mittleren Wert etwa 149,6 Mio. km von der Erde entfernt. Ein Lichtjahr entspricht etwa der 64 tausendfachen Entfernung der Erde von der Sonne.

Zurück zu unserem Modell. Berücksichtigen wir jetzt, dass unser Schlagzeug in dieser Form nicht existiert, sondern einige Sterne wurden von uns zu einem Bild unserer Vorstellung zusammengefügt. Andere Kulturen sahen dort zum Beispiel einen Stier. Die Sterne des Stiers sind zwischen 45 und 3230 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Angenommen unser Sonnensystem befände sich in einem Zimmer in Berlin. Die Erde würde in einem Abstand von einem Meter um die Sonne kreisen. Würden wir die Sterne des Stiers in unserem Modell ihrer Entfernungen und ihrer Größe gemäß maßstabgerecht einfügen, so befänden sie sich in einer Größe von etwa 1 bis 20 Zentimeter unter anderem in Warschau, Moskau und Wladiwostok und ein Stern sogar noch ca. 200 000 km darüber hinaus im Weltall.

Physikalisch gesehen hat ein Sterne eines Sternbildes einen Einfluss auf unsere Geburt, wie etwa der sprichwörtliche Sack Reis der zum gleichen Zeitpunkt in China umfällt.)